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Was ich schon immer über Ausacker wissen wollte

 

Geschichtliches:

Ur- und Frühgeschichte: In der Jungsteinzeit (ca. 4300 - 2300 v. Chr.) und der Bronzezeit (ca. 2300 - 550 v. Chr.) siedelten Bauern auf dem heutigen Gemeindegebiet, wie Großstein-gräber, Grabhügel und Siedlungsstätten belegen. Auch aus der älteren Eisenzeit (ca. 550 v. Chr. - um Chr. Geburt) wurden Siedlungsreste gefunden. Im Osten des Dorfes liegen die Reste einer mittelalterlichen Ritterburg vom Typ Château á motte, des sogenannten „Böge-Schlosses". Dieser Burgtyp bestand aus einem von Außenwällen und einem Wassergraben umgebenen Hügel, auf dem ein Turm oder ein Gebäude stand.

 

Wappen:

Durch den Ochsenkopf im Wappen der Gemeinde Ausacker wird der Ortsname andeutungsweise ins Bild gesetzt. Er soll die Vorstellung eines "Feldes, auf dem Ochsen weiden", vermitteln. Der Wellenbalken symbolisiert die Kielstau, einen der beiden Quellflüsse der Treene, der durch das Gebiet der Gemeinde fließt. Die zwei stilisierten Bucheckern weisen auf Restbestände einstmals ausgedehnter Buchenwälder im Gemeindegebiet hin. Die Farbgebung des Wappens orientiert sich an der geographischen Lage der Gemeinde: Das blaue Feld mit goldener Figur weist auf deren Zugehörigkeit zum Kreis Schleswig-Flensburg hin, während das rote mit silbernen Figuren die frühere Eingliederung in die Husbyharde andeuten soll, deren angebliches Wahrzeichen in der Darstellung des inoffiziellen Wappens der Landschaft Angeln bei Schlothfeldt rot-silberne Tinktur aufweist.

 

Persönlichkeiten:

Lars Hansen, Lehrer und Botaniker, geb. 12.09.1788 in Dollerupholz, Ksp. Grundhof (heute Gemeinde Westerholz), gest. 14.08.1876 in Ausacker Peter Jensen (III) Hufner, Abgeordneter d. Kreistages und des Preußischen Landtages,geb. 02.04.1824 in Ausacker, gest. 02.08.1889 in Ausacker. Peter Jensen (IV), Hufner, Landesökonomierat, geb. 02.12.1856 in Maasbüll, Angeln, gest. 13.02.1941 in Ausacker Peter Jensen (V), Landwirt, Kreispräsident, Präsident der Landwirtschaftskammer, geb. 30.01.1890 in Ausacker, gest. 30.03.1969 in Ausacker

 

Sie kommen aus Ausacker, wo liegt denn das?

Auf diese Frage geraten die Bewohner des kleinen Angeliter Dorfes nicht selten in Erklärungsnot. Denn die nächst größeren Gemeinden Sörup, Hürup und Husby sind vielen Mitmenschen ebenso wenig bekannt. Ausacker liegt einfach „dazwischen", geographisch ziemlich genau in der Mitte. Und in dieser ländlichen Zentralität zwischen Wiesen, Feldern und Wäldern, zwischen A 7 und Ostsee teilt Ausacker das Schicksal vieler Kleingemeinden. Von einem gewöhnlichen „Schlafdorf" zu sprechen, wäre allerdings ein wenig despektierlich. Denn dafür ist Ausacker einfach zu schön.

 

Das Leben im Dorf:

Die Menschen in Ausacker lieben die Beschaulichkeit, die Ruhe im Schatten alter Bäume, die die Dorfstraßen säumen. Wer von der Landstraße 193 abbiegt, den erwarten nach wenigen Kilometern links und rechts der gewundenen Holnisser Landstraße schmucke, reetgedeckte Bauernhäuser. Er quert die Kielstau, die bis 1845 einer alten Kornmühle Schwung gab, heute aber nur noch gemächlich durchs Dorf plätschert. An die Au schmiegt sich das Dorfzentrum, erkennbar an einer Kreuzung, an der Wege in alle vier Himmelsrichtungen abzweigen.

 

In Ausacker gab es bis 2005 zwei freiwillige Feuerwehren, nämlich die Freiwillige Feuerwehr Ausackerholz und die Freiwillige Feuerwehr Ausacker, die sich 2005 entschlossen, zu fusionieren, so dass es jetzt noch die Freiwillige Feuerwehr Ausacker mit z. Zt. 38 aktiven Migliedern gibt. Unsere Wehr trägt sehr zum kulturellen Leben der Gemeinde bei, so richtet sie jedes Jahr das schon traditionelle Kinderfest auf "Marthas Wiese" aus. Am Nachmittag werden Kaffee und selbstgebackener Kuchen angeboten und am Spätnachmittag Grillwaren. Das Fest findet seinen Ausklang dann am Sonntagvormittag. In manchen Jahren findet dann sogar ein Gottesdienst im Festzelt statt. 

 

Dieses Kinderfest bzw. Dorffest ist eine feste Einrichtung in unserer Gemeinde und hat so manchen "Neubürger" überzeugen können, dass hier noch die Nachbarschaft bzw. Dorfgemeinschaft in Ordnung ist und man sich hier wohl fühlen kann. Ebenso wie die Feuerwehr hat lange der gemischte Chor "Teutonia Ausacker" zum Gelingen und Beleben der Dorfgemeinschaft durch seine Liedbeiträge beigetragen. Auch so mancher Gottesdienst in der Husbyer Kirche wurde von "Teutonia" mitgestaltet, ebenso auf Wunsch der Jubilare runde Geburtstge oder auch Ehejubiläen. Der Chor hat sich leider vor kurzem aufgelöst, da es nicht gelungen war, jüngere Stimmen dazuzugewinnen. Der Wandel der Interessen macht da auch auf dem Lande nicht Halt.

Der schon traditionelle "Kleine Weihnachtsabend" am 3. Adventssonnabend des Jahres mit Kaffee und selbstgebackenen kleinen Kuchen ist ebenfalls aus unserer Gemeinde nicht mehr wegzudenken.

 

Wer sich früher in Ausacker umblickte, dem fielen Merkwürdigkeiten auf. Die Nummerierung der Häuser etwa. Denn entgegen aller Gepflogenheit wurden die Grundstücke in Ausacker vom Ende der Straße an gezählt. Ein Bürgermeister soll dafür verantwortlich zeichnen. Weil sein Anwesen am Ende des Weges „Osterdorf" lag, soll er durchgesetzt haben, dass fortan dort die Nummer eins zu finden ist und nicht am Ursprung des Weges. Postboten und Fahrer von Rettungswagen mussten in Ausacker umdenken. Inzwischen ist diese Originalität dem üblichen Verfahren gewichen.

 

Damit nicht genug der Besonderheiten: Welche andere Kommune kann von sich schon behaupten, eine Reihe prominenter Persönlichkeiten hervorgebracht zu haben, die alle auf den gleichen Namen hörten. Ob der Abgeordnete des Preußischen Landtage, der Präsident der Landwirtschaftskammer oder der Amtsvorsteher, sie alle hießen Peter Jensen. In den Annalen Ausackers werden sie der Einfachheit halber durchnummeriert, von eins bis sieben.

 

Schon der Name des Dorfes weist auf seine landwirtschaftlichen Wurzeln hin. Im Jahre 1441 noch als"Uxerager" bezeichnet, hieß der Flecken in dänischer Zeit „Oxager". Wohl deshalb, weil Ochsen um das Dorf herum und vor allem am Winderatter See einst saftige Wiesen zum Grasen vorfanden. Dieser Bereich ist heute Naturschutzgebiet. Der wichtigste Einschnitt in der Dorfentwicklung ging mit der Gemeindefusion im Jahr 1970 einher, als sich Ausacker und Ausackerholz zusammenschlossen, um nicht in den größeren Nachbargemeinden Husby und Sörup aufzugehen. Mit einem kleinen Neubaugebiet am Ortseingang untermauerte Ausacker seine Selbständigkeit.

 

Dennoch ging das Dorf den Weg vieler Landgemeinden. Mit dem Dorfkrug verlor es sein geselliges Zentrum und den letzten Kaufmann, Der von der Gemeinde an das Feuerwehrhaus angebaute Gemeinschaftsraum kann diesen Verlust nur teilweise kompensieren. Schon lange zuvor gaben Ziegelei, Meierei und Schmiede auf. Ausacker wurde zum „Schlafdorf", wenn auch zu einem besonders schönen.